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Wenige
Erzählungen Hesses sind so unverfremdet autobiografhisch wie dieser
1907 entstandene Rückblick auf seine Calwer Sommerferien des Jahres
1899. Nach erfolgreich abgeschlossener Buchhändlerlehre sehen wir
den für verloren aufgegebenen Sohn nach langer Abwesenheit als einen
fast schon gemachten Mann in seine Heimat zurückkehren, die er zuvor
"als schüchternes Sorgenkind" verlassen hatte. Denn mehr als vier
Jahre lang war unweigerlich alles schiefgegangen, "was man mit mir
unternehmen wollte", erinnert sich Hesse in seinem "Kurzgefaßten
Lebenslauf": "Keine Schule wollte mich behalten. Jeder Versuch,
einen brauchbaren Menschen aus mir zu machen, endete mit Mißerfolg,
mehrmals mit Schande und Skandal, mit Flucht oder Ausweisung." Vor
diesem Hintergrund muß man die hier geschilderte Ferienidylle vom
letzten Augustmonat des 19. Jahrhunderts lesen. Der hoffnungsfrohe,
erstmals errungene Einklang mit den bisher so besorgten Angehörigen
erklärt die Lebensfreude jener Wochen des endgültigen Abschieds
von der Kindheit ebenso wie den etwas euphemistischen Volksliedtitel
"Schön ist die Jugend", den Hesse für diesen Bericht gewählt hat;
läßt er doch seine Herkunft und Heimat in einem Licht erscheinen,
"als wäre damals alles gut und vollkommen gewesen".
Wie
hier geschildert, so wollte sich Hesse das Elternhaus in Erinnerung
bewahren, und noch 1946 schrieb er an seine Schwester Adele (sie
ist die Lotte in dieser Erzählung): "Schön ist die Jugend ist mir
und wohl auch Dir die liebste von meinen frühen Erzählungen aus
der Zeit vor den Kriegen und Krisen, weil sie unsere Jugend, unser
Elternhaus und unsere damalige Heimat recht treu aufbewahrt und
geschildert hat."
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